Tuesday, 24 January 2012

Köpfchen schmück dich: Hütchen, Fascinators und Headpieces

Kirschen, Fascinator, Prinzessin Beatrice, Anna Dello Russo


Hütchen und Kopfschmuck, welcher die Grössen einer Minihaarklammer übersteigt, ist nicht nur etwas für Pferderennen oder Partyverkleidungen! Ein geschmückter Kopf ist die Krönung eines durchdachten Outfits. Es braucht ein wenig Mut, extravagante Hütchen und verspielte Fascinators zu tragen. Sie schmücken die Trägerin jedoch mit einer Prise verwegener Individualität und zeigen Humor. Die Welt des Kopfschmucks ist vielfältig, bunt und fantasievoll – und sie wartet darauf, erobert zu werden.

Der beliebte Fascinator
Von den verschiedenen Arten des Kopfschmucks erfreut sich vor allem der Fascinator einer grossen Beliebtheit. Für den Begriff "Fascinator" gibt es keine deutsche Übersetzung, welche vollkommen treffend ist. Kopfschmuck trifft es nicht schlecht, jedoch ist zum Beispiel eine Tiara, die auch unter diesen Begriff fällt, kein Fascinator. Auf keinen Fall ist Fascinator mit Kopfbedeckung zu übersetzen, denn er schmückt, bedeckt aber wenig. Es handelt sich dabei um etwas, das ins Haar gesteckt wird, aber mehr als ein blosser Haarreif oder eine Haarklammer ist. Beliebte Fascinators sind mit Federn oder Blumen verziert. Es können sich auch Pompoms, Netzchen, Schleifchen oder allerhand süsse Kleinigkeiten daran befinden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Gross, grösser, Headpiece
Sehr grosse Objekte, werden ab und zu auch als "Headpiece" beschrieben. Ebenfalls kein deutscher Begriff. In England herrscht eine ausgeprägtere Kultur des "Kopf-schmückens" als bei uns. Vielleicht sind darum die sprachlichen Begriffe für verschiedenartigen Kopfschmuck vielfältiger und präziser. Keine Hochzeit und kein Pferderennen mit nacktem Kopf. Royal Ascot, ein traditionsreiches britisches Pferderennen, hat sehr strikte Regeln, was auf dem Kopf erlaubt ist und was nicht. Seit neustem sind Fascinators verboten und es müssen Hüte getragen werden. Diese scheinbar kleine Änderung eines für vielen unwichtigen Ereignisses ist den Briten immerhin so wichtig, dass BBC einen langen Artikel darüber verfasste.

Die englische Liebe zum geschmückten Haupt
In England lacht und winkt nicht nur die Queen mit Hut. Besagte Dame muss ein ganzes Zimmer voller Hüte haben. Ihr royales Haupt schmückt übrigens der Hutmacher Philip Treacy des öfteren, und auch andere Mitglieder der royalen Familie zählen zu seinen treuen Kunden. Die königliche Hochzeit von William und Kate in diesem Jahr war ein grosses Geschäft für Treacy: Was Rang und Namen hatte, trug seine Hüte. Natürlich hält sich die Extravaganz der Kreationen für royale Häupter meist im Rahmen. Der Verrücktheit kann Treacey mehr freien Lauf lassen, wenn er beispielsweise für Lady Gaga oder Sarah Jessica Parker entwirft. Die renommierten Namen auf seiner Kundenliste machen ihn wohl zum bekanntesten Hutmacher überhaupt.

Wenn es jedoch darum ginge, einem Hutmacher zu suchen, der mit seinem Design möglichst dem Bild des "Mad Hatters" aus "Alice im Wunderland" entspricht, so müsste das Piers Atkinson sein. Er beweist, nicht ohne eine gewisse Ironie, dass fast alles zum Kopfschmuck gemacht werden kann. Riesige Früchte, Plüschtiere und das ganze Gesicht verdeckende Pflanzenkonstrukte gehören unter andern dazu. Seine Arbeiten befinden sich zwischen Kunst und Mode und weisen oft surreale Anspielungen auf. Stars wie Lady Gaga, Paloma Faith und Anna dello Russo lieben seine Kreationen ebenso wie ich. Mein absolutes Lieblingsstück von ihm sind die riesigen Kirsch-Headpieces. Diese tauchen in fast jeder Kollektion in veränderter Form wieder auf. In der Tat atme ich bei jeder Präsentation auf, wenn da wieder Kirschen zu sehen sind. 

Wer gerne einen Headpiece mit riesigen Kirschen haben würde, aber nicht ganz das nötige Kleingeld hat um sich dieses von Piers machen zu lassen, dem ist der Shop von Pearls & Swine (UK) empfohlen. Im Angebot sind sehr ähnliche Objekte zu einem etwas erschwinglicheren Preis. Die Objekte sind ebenfalls mit Liebe handgemacht. Und bitte bei mir melden ihr mutigen Kirschenkäufer, dann können wir uns gegenseitig Mut zureden um damit auf die Strasse zu gehen!

Die Hutliebe hat Deutschland erreicht
Nicht nur in England, sondern auch andernorts wird Kreativität zu Hüten und ähnlichem verwandelt: Als Beispiel möchte ich die Berlinerin Frollein von Sofa nennen. Ihre Kollektionen sind süss wie Cupcakes und sehr verspielt. Pompoms, Luftballons, liebliche Blüten und Spielsachen kommen auf den Kopf. Enie van de Meiklokjes trägt die Kreationen oft und ist auch die perfekte Botschafterin für das Label. Die Hütchen weisen eine gewisse unschuldige Leichtigkeit auf und ermuntern, getragen zu werden. Wie die Arbeiten von allen hier genannten Designern scheinen sie eine einzige grosse Frage zu stellen: Warum nicht mehr Mut zu Hut und Kopfschmuck? Ein wenig mehr Formenreichtum kann den Strassen nicht schaden und erfreut den Homo ludens der in uns allen steckt!

Wer wie Sara auch vom Kopfschmuck-Fieber gepackt wurde und sich ohne etwas auf dem Kopf irgendwie nackt fühlt : Demnächst ist eine Top 10 der mutigsten und besten Star-Kopfschmuck-Stils geplant.

Ein paar Adressen für extravagantem Kopfschmuck:
Philip Treacy, der königliche Hutmacher:
www.philiptreacy.co.uk

Saras liebster Hutmacher, der Engländer Piers Atkinson:
http://www.piersatkinson.com/

Riesenkirschen, Burlesque-Accessoires und mehr aus England:
www.pearlsandswine.bigcartel.com

Süsse Hütchen aus Berlin von Frollein von Sofa:
www.frolleinvonsofa.com

1 comment :

  1. ich bin heute auf den blog gestoßen und musste direkt abonnieren. danke für die ganzen links ich habe mal eine anfrage gestartet ob die Kirschen denn noch fürs köpflein produziert werden. ich muss sie einfach haben <3.bin schwer neidisch auf deine

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